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HOLOCAUSAUSCHWITZ ALBUM UN
Bild aus dem historischen "Auschwitz-Album" Foto: picture alliance / AP Photo | Anonymous

Dokumentation des Horrors

Am 27. Januar wird in Deutschland und überall auf der Welt den Opfern des Holocaust gedacht. Schüler*innen der Humboldt-Gesamtschule in Grevenbroich haben im Vorfeld eine Ausstellung zum „Auschwitz-Album“ organisiert.

Josephine (18)

Wenn wir das Wort „Holocaust“ hören, wollen wir es am liebsten schnell wieder verdrängen. Denn es ist immer noch unfassbar, was von 1941 bis 1945 in Deutschland passiert ist. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden Jüdinnen und Juden systematisch aus der „Volksgemeinschaft“ ausgestoßen und entrechtet, in Konzentrationslager deportiert und ermordet. So verschwanden jüdische Menschen von der Bildfläche. Dieses Verschwinden wurde auch von der deutschen Bevölkerung bemerkt. Aber sie verschloss vielfach die Augen und Ohren davor.

Um den schlimmen Taten in der Zeit des Nationalsozialismus zu gedenken, wurde an der Wilhelm-von-Humboldt-Gesamtschule in Grevenbroich eine Ausstellung präsentiert, die den Schülerinnen und Schülern die schrecklichen Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz vor Augen führte. Die Ausstellung basierte auf dem sogenannten Auschwitz-Album, einem einzigartigen Dokument, das in Fotografien die Ankunft und den Selektionsprozess im KZ Auschwitz-Birkenau dokumentiert. Die Fotos wurden von SS-Männern 1944 aufgenommen, das Album später von der Holocaust-Überlebenden Lilly Jacob-Zelmanovic Meier gefunden und an die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel weitergegeben.

In unserer Schule wurden Kopien der originalen Aufnahmen aus dem Album gezeigt. Die Fotos zeigen den gesamten Ablauf des Tötungsprozesses, nur die Tötungen selbst nicht. Die ersten Bilder dokumentieren die Ankunft ungarischer Jüdinnen und Juden und die sogenannte Selektion: Wer arbeitsfähig war, wurde ins Lager verlegt und dort auf die Baracken aufgeteilt, um unter menschenunwürdigen Umständen harte Arbeit zu verrichten. Die nach Ansicht der Nazis nicht arbeitsfähigen Menschen wurden direkt in die Gaskammern geschickt. Den Menschen wurde alles genommen. Ihr persönliches Eigentum wurde gestohlen und sortiert. Die schlimmste Abteilung der ganzen Ausstellung besteht aus den Bildern, die die letzten Momente zeigen, bevor die Menschen in die Gaskammer geschickt werden. Die Szenen aus den viel zu engen Auskleideräumen zerreißen einem das Herz, auch weil viele kleine Kinder unter den Opfern zu erkennen sind.

Vor dem Transport in die Todeslager war den Jüdinnen und Juden erzählt worden, sie würden umgesiedelt und müssten deshalb ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Stattdessen wurden sie wie Vieh in Zugwaggons gepfercht und in die Konzentrationslager deportiert, von denen Auschwitz-Birkenau eines der größten war.

Das Auschwitz-Album ist einmalig, weil es das industrialisierte Töten der Nazis ungeschönt dokumentiert. Der Holocaust war eine Gemeinschaftstat. Haupttäter waren alle Machtsäulen des NS- Staates. Dazu zählen der sogenannte „Führer“ Adolf Hitler, seine Partei, die NSDAP, die paramilitärische SS, die Geheimpolizei Gestapo, aber auch das Deutsche Heer, die Ordnungs-, Sicherheits- und Kriminalpolizei – und nicht zuletzt die übrige Bevölkerung, die, wenn sie nicht aktiv involviert war,  durch ihr Wegschauen und das Melden von versteckten Jüdinnen und Juden eine Mitverantwortung für diese schrecklichen Taten trägt.

Am 27. Januar 1945 wurde Auschwitz-Birkenau von der Roten Armee befreit. Im Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg und mit ihm das nationalsozialistische Terrorregime. Der von den Nazis organisierte Holocaust hatte das Leben von sechs Millionen Jüdinnen und Juden gefordert. Doch es gab auch Überlebende. Für sie endete der Nazi-Schrecken nie. Viele konnten die schrecklichen Erlebnisse niemals verarbeiten, litten an einem Trauma und konnten nie über das ihnen zugefügte Leid sprechen.

Trotzdem gab und gibt es bis heute Menschen, die die Geschichte verfälschen und behaupten, dieses unfassbare Verbrechen habe nicht stattgefunden, dabei gibt es in Deutschland ein Gesetz, das die Leugnung des Holocaust unter Strafe stellt. In Gedenkstätten, die oft an den Orten ehemaliger Konzentrationslager sind, wird der Opfer gedacht. Ich finde es aber vor allem wichtig, dass man in der Schule über diese schlimmen Taten spricht und sich mit der Vergangenheit auseinandersetzt. Eine Ausstellung wie in unserer Schule ist gut dazu geeignet, solch eine Auseinandersetzung anzuregen. Denn, so heißt es ja, ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Die Bilder aus dem Album, das Lilly Jacob in Auschwitz gefunden hat, helfen dabei, dass das schlimmste Verbrechen aller Zeiten nicht vergessen wird.

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