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Feminismus Demonstration gegen Gewalt und für Menschenrechte für Frauen in Buenos Aires
picture alliance/ZUMA Press

Feminismus zwischen Popkultur und Achselhaar

Was bedeutet Feminismus heute und wie sehen Feminist*innen eigentlich aus? Q-rage! online Autorin Emily (17) räumt mit Vorurteilen auf.

Emily P. für Q-rage! online

Der Feminismus hatte schon immer viele Gesichter. Angefangen bei Namen wie Olympe de Gouges und Bewegungen wie den Suffragetten, folgten in den 1950er Jahren Simone de Beauvoir und die Gleichberechtigungsfrage. Denn noch in den 1970ern musste schließlich eine Ehefrau ihren Gatten um Erlaubnis bitten, wenn sie arbeiten wollte. In diese Zeit fällt auch die Gründung des feministischen Magazins „Emma” durch Deutschlands bekannteste Feministin Alice Schwarzer. Kurzum: Es war richtig was los in der Welt weiblicher Emanzipation. Es wurden erbitterte Kämpfe gefochten, die es uns heute ermöglichen, als Frauen Menschenrechte wahrzunehmen.

Mittlerweile kann man „Feminismus” sogar kaufen. Bei den großen Modeketten gibt es ihn schon für unter zehn Euro in allen Formen und Farben. Wer diese Statement-Shirts ablehnt, versteht entweder, dass eine Einstellung mehr als ein Shirt braucht oder hat sowieso etwas gegen den Feminismus.

Wer hat Angst vor Feminismus?

Was bedeutet es heute, eine Feministin oder ein Feminist zu sein? Vielen macht schon der Begriff Angst. Manche haben auch einfach keine Ahnung, was der Begriff auf ihren Shirts bedeutet.

„Bist du eigentlich Feminist*in?“
„Ähm, na ja, ich bin schon für Gleichberechtigung und so …“

„Eine Ideologie und gesellschaftliche Bewegung, die die Gleichberechtigung der Frau in allen Lebensbereichen und eine Veränderung der gesellschaftlichen Rollen von Frauen anstrebt.” Diese Definition erhält man, wenn man Google befragt. Klingt das extrem?

„Feminismus bezeichnet die gewaltsame Ausrottung der Männer zum Fortschritt weiblicher Emanzipation.“ Das wäre extrem. Da würde ich auch nicht mitmachen. Aber niemand sollte Angst haben, bekennender Fan der Gleichberechtigung aller Geschlechter zu sein und die Aufgabe stereotyper Rollenbilder zu fordern.

Ein anderer Grund für die ablehnende Haltung gegenüber dem Feminismus ist auch sein Mannsweiber-Image. „Feministen, das sind diese ganzen Kampflesben“, oder „diese zänkischen Weiber mit Beinhaaren, die verbittert sind und keinen Typen abkriegen.“ Abgesehen davon, dass es nicht hinnehmbar ist, wenn Menschen nach ihrem Aussehen bewertet werden, ist das Unsinn. Ich hätte dagegen Emma Watson, Margarete Stokowski, Laurie Penny, Olaf Schubert, Barack Obama und auch Bill Gates zu bieten. Denn der sprach im Januar 2007 in Saudi-Arabien vor einem Publikum, in dem lauter Männer auf der einen und Frauen auf der anderen Seite saßen und antwortete auf die Frage eines Zuhörers, ob Saudi-Arabien bis zum Jahr 2010 eine der führenden Wirtschaftsnationen werden könne, Folgendes:

Solange Sie das Potential Ihrer Nation nur zur Hälfte nutzen, wird Ihr Land es nicht besonders weit nach oben schaffen.

Diese prominenten Namen stehen exemplarisch dafür, wie vielseitig Feminismus ist. Feminismus ist nicht nur für Lesben und streitende Frauen mit Achselhaaren. Aber auch. Jeder und jede darf sich Feminist oder Feministin nennen, der oder die für die Gleichberechtigung der Geschlechter einsteht. Und alle sind wertvoll.

Es kommt nicht darauf an, wie man aussieht

Feministen sind auch keine „blöden Schwuchteln“ oder unmännlich, denn ganz unter uns: Es gibt nichts geileres, als den Arsch in der Hose zu haben, im Interesse einer Frau zu sprechen, die man gleichzeitig völlig selbstverständlich zu Wort kommen lässt, wenn sie etwas zu sagen hat. Das ist das coolste, was ein Mann machen kann. Das darfst du machen, wenn du einen Bierbauch hast oder einen Astralkörper, das darfst du als Homo oder Hetero machen, es kommt immer gut an.

Es ist Zeit, sowohl das Achselhaar-Image als auch das Mainstream-Image des Feminismus zu überwinden und den Mund aufzumachen. Und ja, obwohl wir im 21. Jahrhundert leben und Frauen per Gesetz gleichberechtigt sind, gibt es noch mehr als eine Baustelle, an der die Geschlechter zusammenarbeiten müssen. Füreinander und miteinander.

Und um noch einmal auf den Anfang zurückzublicken: De Gouges und de Beauvoir würden sich sicher im Grabe umdrehen, wenn die Mädels mit den Feminist-Shirts nicht zu 100 Prozent hinter dem Statement auf ihrer Kleidung stünden. Aber das sind wir diesen mutigen Frauen schuldig. Also keine Angst vor ein klein wenig Feminismus, es tut gar nicht weh.

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Lesermeinungen

  1. Anonym
    16.01.2018

    Vielen Dank für diesen Beitrag mit so viel Intellekt.

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