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Fridays For Future-Proteste
Foto: unsplash.com/mikabaumeister

Lass die Profis ran!

Die Autorin Emily (19) war beim Berliner Plenum der Fridays for Future-Bewegung für eine bessere Klimapolitik und hat mit den Organisator*innen gesprochen.

Emily (19)

Fridays For Future ist am Start! Und das Ziel ist klar: Aufmerksamkeit kriegen, damit die Klimaforscher mehr machen dürfen. Damit sich endlich was tut. „Lieber Christian Lindner: Wir sind nur dazu da, um euch darauf aufmerksam zu machen, dass ihr auf die Profis hören sollt!“, sagt Emil (17).

Seit Dezember 2018 gehen immer mehr Schülerinnen und Schüler jeden Freitag auf die Straße, um Druck auf die Politik auszuüben. Und sie haben erreicht, dass man über sie spricht: „Ich denke, es ist schon ganz klar, dass wir die Aufmerksamkeit dadurch kriegen, dass wir nicht in die Schule gehen.“, sagt Emil, der in der Kerngruppe der Fridays For Future mitwirkt, „die Leute gucken auf uns, weil wir es am Freitag machen, während der Schulzeit.“

Die Vorbereitung findet abends nach der Schule statt

Während eine Journalistin der taz und ich mit Emil sprechen, herrscht in den Nebenräumen ein reges Treiben. Seit Beginn der Klimastreiks haben sich verschiedene Gruppen gebildet. Ich spreche mit vier Schülerinnen, die in die achte Klasse eines Schöneberger Gymnasiums gehen. Sie sind bisher in den Gruppen für Mobilisierung und Streikgestaltung aktiv gewesen. Die Gruppen agieren arbeitsteilig. Mit steigenden Aktivenzahlen haben sich aus der Hauptgruppe der Engagierten mehrere Bezirksgruppen gebildet. Diese reden über Flyer und Plakate, darüber, wie man am besten Menschen mobilisiert, wie man Fakten in die Bewegung bringt und sich untereinander vernetzt. Die Schülerinnen und Schüler organisieren sich allein, kriegen aber auch Unterstützung von Erwachsenen, z.B. bei der Veranstaltungstechnik oder der Raumnutzung. „Es geht nicht darum, keine Unterstützung anzunehmen. Es gibt immer wieder Erwachsene, die sich einbringen und uns helfen. Unternehmen oder Leute, die sich an der Bewegung bereichern wollen, möchte FFF jedoch nicht“, sagt Ida (14). „Jeder, der aber etwas um der Sache Willen beiträgt, ist herzlich willkommen.“

Everyone for future

So auch die Parents For Future oder Scientists For Future. Sie haben sich mittlerweile gegründet, um die Bewegung der Schülerinnen und Schüler zu unterstützen. „Auf jeden Fall bestärkt uns das riesig und wir freuen uns.“, sagt Emil. Er findet: „Das zeigt auch, dass wir recht haben.“

Am 15. März, also diesen Freitag, treffen sich Berliner Schülerinnen und Schüler wieder um 10 Uhr im Invalidenpark. Und sie sind nicht die einzigen. Laut Tagesspiegel (Q) ist der Streik diesmal deutschlandweit in 170 Städten und global in 80 Ländern angekündigt.

Alibi – Engagement, um der Schule fernzubleiben

In der Politik lösen die streikenden Schülerinnen und Schüler Diskussionen über die Schulpflicht aus. Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) lehnt die Proteste während der Unterrichtszeit ab (Q). Dem haben sich auch Peter Altmeier (Q) und Armin Laschet (beide CDU) angeschlossen (Q). Gegenüber dem WDR 5 betont Laschet, die Demos auf das Wochenende zu verlegen, wäre glaubwürdiger. Bundeskanzlerin Angela Merkel (Q) sowie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (Q) begrüßen hingegen das Engagement der jungen Menschen.

Die Aktivistinnen und Aktivisten der Bewegung lassen sich von der Kritik der Erwachsenen nicht beeindrucken und machen jeden Freitag weiter. Für einige Schulschwänzerinnen und -schwänzer gab es deshalb auch schon richtig Ärger. Es gab bereits Einzelfälle mit Schultadel oder Stress mit den Eltern, wie Emil sagte. In solchen Fällen können die Patinnen und Paten der FFF-Studigruppe helfen. Sie vermitteln zwischen Schulen, Eltern und den Schülerinnen und Schülern.

Von Faulheit keine Spur

Auf die Frage, wie Emil die Zukunft von FFF sehe, antwortete er: „Ich sehe keine Probleme. Immer mehr junge Menschen schließen sich der Bewegung an, erst waren es Hunderte, jetzt sprechen wir von Tausenden. Und sie sind bereit und sie haben Ausdauer!“

Dieser Wille ist deutlich spürbar. So chaotisch es in den Klassenräumen zugehen mag, in denen Jugendliche lernen, so diszipliniert und respektvoll erlebt man sie in den Räumlichkeiten, wo sie nach langen Schultagen alle zusammenarbeiten, auch wenn Mama und Papa sagen mögen, die Hausaufgaben seien wichtiger.
„Ich stecke jeden Tag bis zu acht Stunden nach der Schule bei Fridays For Future“, erklärt Emil, der kurz vor seinen Prüfungen steht. Genau wie er haben viele Schülerinnen und Schüler ihre Prioritäten neu ausgerichtet. Eine Schülerin aus der Kernorganisation konnte bei dem Treffen am Dienstag nicht dabei sein, denn sie war in Straßburg, um mit den EU-Parlamentariern über die FFF-Anliegen zu diskutieren.

Das verdient Respekt und eine angemessene Reaktion der Politik.

Liebe Erwachsene: Sagt ihr uns nochmal, dass unsere Generation unpolitisch ist. Wir sind da und werden da sein, bis sich die Politik endlich aktiv zu den Klimazielen bekennt und konkrete Pläne zur Umsetzung vorlegt!

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Infos und Termine für die deutschlandweiten Demos findet ihr unter:

https://fridaysforfuture.de/

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